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Perchten - Das weibliche Pendant zum Krampus

Als Gegenstück zum Krampus gilt in weiten Teilen Süddeutschlands, Österreichs und der Schweiz die Gestalt der „Frau Bercht“ oder auch „Frau Perchta“, die – so der mittelalterliche Volksglaube – über die Einhaltung der kirchlichen Fastengebote wachte und Verfehlungen mit martialischen Strafen ahndete. Besonders grauenhaft klangen die Drohungen der so genannten Butzen-Bercht, die entsprechend dem Wortsinn vermummt auftrat (verbutzen = unkenntlich vermummen) und als Vorlage für ihre männliche Karikatur „Butzemann“ diente. Diese Perchta ähnelt dem Knecht Ruprecht, denn auch sie trägt einen Korb oder einen Sack auf dem Rücken, um – so die Sage – „böse“ Kinder zu entführen und später aufzufressen...

„Ich tu den Frommen nichts, die Bösen will ich plagen“: Die Bercht warf nicht nur auf den unwilligen Nachwuchs ein kritisches Auge, sondern hatte auch faule oder schlampige Mägde und Hausfrauen sowie Unreinheiten generell im Blick – ein Grund, warum speziell vor Weihnachten und Heiligabend die Höfe besonders sauber herausgeputzt und alle Bekleidungen fertig abgenäht wurden, um der dämonischen Gestalt keinen Anlass zum Groll zu bieten. Speiseopfer, um die Todesfigur gnädig zu stimmen, wurden bereits im 15. Jahrhundert zum Beispiel durch den „Tegernseer Codex“ untersagt.

Aus diesem Aberglauben entwickelten sich später die so genannten „schiach‘n Percht’n“ oder Perchtenläufe, deren Teilnehmer unter gehörigem Radau und mit kurzgestielten Peitschen sowie Kuhhörnern und Rumpelglocken von Hof zu Hof und durch das nachtschlafene Tal zogen. Noch 1796 fanden diese Läufe in fast allen Ortschaften des Pinzgaus und Pongaus statt. 1848 wurden sie verboten, da sie immer wieder Anlass zu schlimmen Raufereien mit teilweise tödlichem Ausgang geliefert hatten. Doch noch um 1900 ist zum Beispiel aus Windischmantrei und Fieberbrunn das so genannte „Berchtenspringen“ überliefert.