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Originalgetreue Masken aus dem Gasteinertal


Zum Weglaufen schön

  • Sparifankerl-Krampusse präsentieren Masken und Fellgewänder aus dem Gasteinertal
  • Die bis zu 10 Kilogramm schweren Masken werden in traditionsreicher Handarbeit hergestellt


Die Sparifankerl-Pass erweckt traditionelles Brauchtum zum Leben. Doch auch für die Münchner Krampusgruppe darf es gerne mal etwas „neues Altes“ sein. Gründer Tom Bierbaumer – der sich seit jeher für die oft von Tal zu Tal unterschiedlichen Ausprägungen der Krampuskultur interessiert – reizten die Masken und Gewänder aus dem Gasteinertal. Auch hier legt er großen Wert auf die echte Tradition: „Wir wollten nicht einfach den typischen Stil kopieren, sondern Originale nach althergebrachter Gasteiner Handwerkskunst haben. Deshalb sind wir nach Gasteinertal gefahren, um dort die Masken und Fellgewänder für unsere Pass herstellen zu lassen.“

Das Gasteiner Tal im österreichischen Bundesland Salzburg zieht sich 40 Kilometer lang durch den Pongau. Dort sind drei Gemeinden beheimatet, darunter auch der Wintersportort Bad Gastein. Rund 4.200 Menschen nennen den Ort ihr Zuhause, einer davon ist Mike Lederer, der wie viele der Einwohner großen Wert auf historische Traditionen legt. Das Brauchtum des Krampuslaufens zieht sich seit Jahrzehnten durch seine Familie, wie er erzählt: „Mein Opa, mein Vater, mein Onkel – alle waren Krampusse. Diese Tradition führen mein Bruder und ich sehr gerne weiter.“

Lederer und Bierbaumer haben sich schon vor einiger Zeit kennengelernt, die Szene ist halt eng vernetzt. In Lederer fand er den idealen Ansprechpartner, um seine Sparifankerl-Pass mit den Original-Kostümen aus Bad Gastein auszustatten. Denn der gebürtige Österreicher ist mit vielen Maskenbauern befreundet und vermittelte die richtigen Kontakte. Er selbst befasst sich hobbymäßig seit über zehn Jahren mit den aufwendigen Kunststücken aus Holz. In seinem Besitz befinden sich teils über 100 Jahre alte Masken von früheren Familienmitgliedern.

Zunächst einmal werden die Masken aus Zirbenholz von einem heimischen Schnitzer geschnitzt, anschließend bemalt und mit Schaumstoff ausgepolstert. Bis zu 10 Kilogramm kann so ein Exemplar aus Bad Gastein auf die Waage bringen. „Das ist ein großer Unterschied zu herkömmlichen Krampusmasken, die oftmals nur an die 2 Kilogramm schwer sind“, sagt Lederer. Er kümmert sich um das Anbringen der Hörner und des Bartes. Hierfür werden die gleichen Materialien verwendet wie schon vor hunderten von Jahren. Das Gehörn stammt entweder von Ziegen oder Schafen, die Bärte bestehen aus Haaren eines Pferdeschweifs. „Zunächst arbeite ich in die Hörner einen Holzzapf aus Buche ein. Mit Schrauben und Leim werden diese dann auf der Maske befestigt“, erklärt der Österreicher. Nach den Hörnern folgt der Bart. Dafür wird Pferdehaar auf die Maske genagelt. In einer einzigen Maske stecken gut und gerne zwischen 15 und 20 Stunden Arbeit. „Das ist je nach Aufwand unterschiedlich. Die Zahl der Hörner variiert z.B. je nach Wunsch. Innerhalb einer Pass sollten die Masken aber schon nach derselben Grundidee gestaltet werden.“ Natürlich sind die individuell in Handarbeit hergestellten Masken nicht ganz billig: Der Preis für die kostbaren Einzelstücke kann schnell im vierstelligen Bereich liegen.

Die Passe aus Bad Gastein zeichnen sich nicht nur durch ihre historischen Masken mit den typischen Hörnern aus. Zum fertigen Kostüm gehören auch Schellen für den nötigen Krach und Körpergewänder aus Schafsfell. Die Felle werden in einer nahegelegenen Gerberei hergestellt und dabei individuell zugeschnitten und wieder zusammengenäht – so passt das Gewand genau zu jeder Statur. „Hier werden oft mehrere Felle gemischt, damit das Kostüm nicht nur schwarz oder weiß ist. Auch hier gilt: Umso mehr Arbeit man hineinsteckt, umso prächtiger wird das Ergebnis.“ Die Schellen – zwei Stück pro Krampus – werden aus Stahlblech hergestellt, in einer Esse erhitzt und dann in die richtige Form gebracht. Die fertige Schelle hat einen Durchmesser von circa 20 Zentimeter, zwei bis vier darin eingeschlossene kleine Kugeln sorgen für den Krampus-typischen Krach.

Inzwischen ist die Sparifankerl-Pass mit sieben fertigen Kostümen ausgestattet – alle nach althergebrachter Gasteiner Handwerkskunst hergestellt. Die Kluft ist jetzt also schon bereit für den großen Auftritt. Und die letzte Zutat wird sich auch noch einstellen, glaubt Lederer: „Für einen richtigen Krampuslauf braucht es auch Schnee.“