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Die historische, aber zu unrecht in Vergessenheit geratene alpenländische Tradition des ”Perchten-Laufens” lebt jetzt auch in Deutschland wieder auf. Bereits seit dem Jahr 2001 widmet sich die in München einzigartige ”Sparifankerl-Pass” (mundartlich für ”Teufels-Gruppe”) mit beachtenswertem Aufwand der Erhaltung dieses winterlichen Brauchtums.

”Das Interesse der Zuschauer an den so genannten ,Krampus-und Perchtenläufen' nimmt enorm zu”, berichtet Tom Bierbaumer, gemeinsam mit Gordon Wüst und Christoph Klemm Initiator der ersten Krampus-Perchten-Gruppe im Großraum München.

”Obwohl wir uns nach wie vor auf einer Art ,Missionstour' befinden, um diesen einzigartigen und faszinierenden Brauch wieder im allgemeinen Bewusstsein zu etablieren.” Dabei sorgen schon die zumeist recht heftigen Auftritte der bajuwarischen ”Perchten” dafür, dass sich die Zuschauer lange an dieses traditionelle Ritual erinnern, das vor 500 Jahren noch der Abwehr und Vertreibung von Dämonen und sonstigem bösen Geistervolk diente.

So tragen die einzelnen Teilnehmer der speziell in Österreich befindlichen Läufe, aufwändig und kunstvoll aus Linden-, Zirben- oder Erlenholz gefertigte Masken (”Larven”), einen zotteligen Pelz, Pferdeschweife und Birkenruten, sowie zahlreiche Schellen, mit denen sie einen Heidenlärm veranstalten.

Rund um den Nikolaustag am 6. Dezember, zieht die Sparifankerl Pass als Krampusgruppe durchs Land, gemeinsam mit dem heiligen Nikolaus. In den 12 Raunächten zwischen Weihnachten und Heilig Dreikönig, ist die Zeit der Perchten und so tritt man in der "Zeit zwischen den Jahren" mit traditioneller Perchtenausrüstung auf.

Da die Münchener keine kommerziellen Absichten verfolgen, müssen die Mitglieder neben der aufgewendeten Zeit auch finanzielle Opfer bringen: Zwischen 1.800 und 2.500 Euro kostet allein die typische Kostümierung, die Bierbaumer bereits zu Jahresbeginn im Gasteiner Tal für die kommende Saison ordern muss.

”Wir machen dies alles aus reinem Spaß an der Freude”, gibt Bierbaumer zu, der sein Einkommen im zivilen Leben als selbstständiger Kameramann erzielt. ”Ich selbst bin bereits im Kindesalter in Kempten gelaufen, bevor der Brauch fast völlig verschwand. 2001 sind Gordon Wüst, Christoph Klemm und ich auf die Idee gekommen, diese Tradition wieder aufleben zu lassen. Seitdem nimmt das Interesse stetig zu.”